#runtowork

Trailrunning ist ja momentan (wieder) ganz stark im Kommen und ein absoluter Trend. In meiner Twitter-Timeline sowie in meinem Instagram-Stream scheint ein wahrer Virus ausgebrochen zu sein, dem auch ich mich nicht wirklich entziehen kann.
Gut, ich bin schon früher immer mal querfeldein gelaufen, hab den ein oder anderen Waldweg abgekürzt oder bin lieber den ausgetreten Pfad neben dem asphaltierten Wirtschaftsweg gelaufen. Aber war das Trailrunning?

Na ja, wie auch immer man das bezeichnen wollte, durch den aktuellen Hype und die zahlreichen Dokumentationsmöglichkeiten der heutigen Zeit bin wohl auch ich ein wenig infiziert. Besonders die Kombination aus Laufen und Bergen, auch wenn das nicht nur nach Anstrengung klingt, hat es mir bildtechnisch angetan (manche Bilder sind ja so geil beeindruckend, dass sie eigentlich verboten gehören).
Trotzdem wäre ich wahrscheinlich selbst nie auf die Idee gekommen, mich zu so etwas anzumelden. Nicht zuletzt deshalb, weil meine bessere Hälfte immer schon dezent gemeckert hat, wenn ich in ihrer Halbmarathonvorbereitung vorgeschlagen hatte, den asphaltierten Weg doch auch mal zu verlassen und ein wenig abseits zu laufen.

Umso erstaunter war ich dann, als ich von ihr wie aus dem Nichts einen Link zur „Zugspitz-Trailrun-Challenge“ geschickt bekam. Gefolgt mit den Worten „Ich hab‘ Dir eine wunderschöne Mail geschickt! (…) Machen wir da mit? Ach bitte!“
Machtlos, wie wir Männer in einer solchen Situation sind, sind wir nun also für unsere erste „Trailrun“-Veranstaltung angemeldet und ich muss mir nun überlegen, wie ich mein Lauftraining in der kurzen verbleibenden Zeit gestalte.
Eigentlich liegt der Fokus ja klar auf Katrins Triathlontraining, das ich, soweit es die Zeit zulässt, versuche mitzumachen; und da steht momentan eher mehr Rad- und Schwimmtraining auf dem Plan, was die Unterbringung von Laufeinheiten etwas erschwert.

Um diesem Zeitproblem aus dem Weg zu gehen, habe ich mich dann schließlich gestern das erste mal daran gewagt von der Arbeit nachhause zu laufen. Habe ich #biketowork ja bereits letztes Jahr für mich entdeckt (noch so ein Twittertrend) muss das ja auch per Pedes möglich sein und ist vielleicht die ideale Möglichkeit das Lauftraining in den Alltag zu integrieren. Gesagt getan! Für das erste Mal wollte ich es nicht übertreiben und entschied mich daher, nur den Heimweg laufend zu absolvieren und bin also morgens mit meinem gepackten und fürs Laufen als geeignet befundenen Rucksäckchen in die Straßenbahn gestiegen. Auf der Arbeit angekommen, sah man mir mein Vorhaben dann wohl auch schon an. „Oh, heute wird nach Hause gelaufen!?“, schmetterte mir mein Kollege entgegen, nachdem er meinen Rucksack gemustert hatte. Damit hatte ich, natürlich nicht ganz unabsichtlich, den Druck erhöht und den Schweinehund an die kurze Leine gelegt. Kneifen war nun nicht mehr, wollte ich mich doch keinem Spott aussetzen.

So waren dann abends auch die kurzen Zweifel des Tages (gefühlt hatte ich mir den heißesten Tag des Jahres zum Laufen rausgesucht) verschwunden und ich stand in Laufklamotten und mit gepacktem Rucksack auf der Straße.
Suunto Ambit2 und die Salomon Citytrail-App (angeblich gibt es ja Trails nicht nur in den Bergen, sondern auch vor der Haustür) gestartet und es ging los.
Bevor sich jetzt jemand wundert, ja ich bin manchmal ein Datenfreak. Ich erstelle zwar keine komplexen Auswertungen, aber ich schau mir eben ganz gerne an, wo, wie weit, wie schnell und mit welchem Puls ich durch Stadt gerannt bin. Leider ist Nürnberg auf der Trail-Landkarte der Citytrail-App noch ein weißer Fleck, so dass ich meine Route derzeit nur aufzeichnen kann und es noch nicht möglich war einen sogenannten Spot zu erkunden (das gäbe nämlich Punkte). Na ja, kommt ja vielleicht noch. Um selbst welche erstellen zu können muss ich allerdings erst noch 500km (mit der App) laufen, aber damit sind andere bestimmt schneller durch.
Nun ging es aber ja diesmal (noch) nicht darum, mich an besonders schönen Plätzen der Stadt zu ergötzen oder irgendwelche „hidden paths“ zu entdecken, sondern die mir von meinem #biketowork bekannte Strecke zu laufen. Es wartete ein Mix aus Straße, Fußweg und Fußgängerzone mit den unterschiedlichsten Untergründen auf mich.
Zu meiner Überraschung gab es wesentlich mehr Kopfsteinpflaster als ich (vom Rad aus) in Erinnerung hatte. Wahrscheinlich liegt das aber daran, dass Stabilität ja oft durch Geschwindigkeit erzeugt wird und während ich diese beim Radfahren durchaus mein eigen nennen darf, ist sie mir beim Laufen (noch) ein wenig fremd.
Dazu mag dann auch noch gekommen sein, dass mein kleinster Bike-Rucksack, den ich nun zum Laufrucksack gemacht hatte eben doch ein Bike-Rucksack war, etwas zu sehr hin und her hüpfte und mit seinen Trägern (wenn ich versuchte ihn ein wenig enger zu schnallen) sehr stark am Hals rieb.

Für den ersten Versuch fand ich es aber trotzdem gar nicht schlecht. Die tief stehende Sonne taucht die Stadt, die zu Fuß ganz anders aussieht, in ein spannendes Licht (nächstes Mal muss die GoPro mit) und das Laufen auf den verschiedenen Untergründen hat ebenfalls seinen Reiz. Es hätten ein paar weniger Kampf-Inliner unterwegs sein können und an der städtischen Grillwiese hätte ein laues Lüftchen den verführerischen Duft des Grillgutes lieber von mir weg wehen dürfen. Aber was soll’s, ein Trailrun hat ja schon auch entfernt was mit Hindernissen zu tun, selbst wenn sie nur olfaktorischer Natur sind. Nach gut 9km war mein erster Citytrail jedenfalls geschafft.

Auswertung Suunto Movescount: Movescount

 

So sieht das ganze in der SALOMON Citytrail App aus: imageDas Fazit: ich brauche einen gescheiten Trail-Rucksack (die Alternative, mit Rollkragenpullover zu laufen hab ich zumindest für den Sommer verworfen) und dann, ja dann wird #runtowork wohl ein fester Bestandteil meines Trainingsplanes auch wenn Laufen mit Rucksack Muskelkater an Stellen verursacht, wo Laufen ohne Rucksack keinen hinterlässt.

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7 Antworten zu #runtowork

  1. naturkundestunde schreibt:

    Ich freu mich auf die Trailrun Challenge. Und auf #runfromwork nächste Woche

  2. volkerschering schreibt:

    Danke für den Hinweis auf die Salomon Citytrail-App, das wird doch mal auf Dienstreise ausprobiert.

  3. Das #runfromwork heißt bei mir Sonnenuntergangslauf, was aber ja nicht immer stimmt. Dafür geht die Sonne ja viel zu unregelmäßig unter. 😉 ich kann von Glück Sagen, dass ich zwar viel Teer/Wirtschaftswege habe, die aber abseits der Hauptverkehrstrassen sind. Abwechslung ist immerdar, da ich viele Varianten – auch in unterschiedlicher Länge – laufen kann. Mit dem Fahrrad gehen alle Strecken auch, was ich im Moment noch bevorzuge, da die kürzeste Strecke schon 13km sind. Mit dem Fahrrad ist das aber eine tolle Sache.
    Schöne Grüße nach Nürnberg, Bernd

    • rauszeitblog schreibt:

      Hallo Bernd,
      für das Rad ist die Strecke bei mir fast ein wenig zu kurz, da ich momentan einfach nicht die Zeit habe, abends noch einen schönen Schlenker dranzuhängen.
      Deshalb finden die langen Radeinheiten vorwiegend sonntags statt und die kürzeren auf Ergometer oder Rollentrainer.
      #runtowork soll mir nun dabei helfen, meine Lauffaulheit wegzutrainieren. Bin selbst gespannt, wie das klappt.
      Vielen Dank für Deinen Kommentar und heute sehr sonnige Grüße zurück.

      • Hallo André, das ist schon eine prima Kombination, die ich hier habe. Ich bin völlig frei, was Laufen, Radfahren oder Auto fahren angeht. Die Variante mit dem Zug ist auch möglich, ich kann also auch frei Schnauze mischen, wie ich mag. Das empfinde ich als Luxus. Du musst mitten Mitten durch die Stadt, wenn ich das richtig gesehen habe.
        Mach einfach, die Abwechslung zwischen laufen und Radfahren – und schwimmen – ist ganz prima! Da versuche ich auch so langsam hin zu kommen.
        Bernd

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